Dienstag, 28. Februar 2017

WATER & AIR Blogtour Tag 5 - Utopie oder Dystopie?



Nach Klassikern wie Aldous Huxleys ‚Brave New World‘ und George Orwells ‚1984‘, die die Meisten noch aus der Schule kennen, sind Utopien und Dystopien spätestens seit Suzanne Collins ‚Die Tribute von Panem‘ wieder angesagt, zumal es dabei um Themen geht, die eigentlich nie an Aktualität verlieren. Auch in Laura Kneidls Jugendbuch ‚Water & Air‘ spielt das Thema Gesellschaft eine wichtige Rolle, weshalb ich euch heute dazu einlade, deren Besonderheiten im Rahmen der Blogtour zu ‚Water & Air‘ näher zu erkunden!

Die beiden Haupthandlungsorte der Geschichte sind die Wasserkolonie, in der die 18-jährige Kenzie aufgewachsen ist, und die Luftkolonie, in die sie im Laufe der Geschichte flüchtet. Jede dieser Gesellschaften hat ihre Vor- und Nachteile – doch entscheidet selbst, welche von ihnen für euch am ehesten die perfekte Gesellschaft repräsentiert, die ihre Anführer erschaffen zu haben glauben…



 In der Wasserkolonie gibt es kein Geld, denn ein jeder Bewohner erhält genau die Dinge, die er zum Leben braucht, seien es Lebensmittel, Kleidung oder Möbel. Daher gibt es keine gesellschaftliche Abstufung, die von Finanzen und Wohlstand der Bürger abhängen – ihre Versorgung betreffend werden alle Bewohner der Kolonie gleich behandelt. Im Gegenzug muss jeder Bürger jedoch einen Beitrag zum Allgemeinwohl der Gesellschaft leisten. Über einen kurzen Zeitraum beschäftigungslos zu sein, stellt jedoch keine Gefahr für die Menschen dar, da sie auch über diesen Zeitraum hinweg weiter mit allem versorgt werden, was sie benötigen.

Der wichtigste Beitrag einer jeden Frau ist es, Kinder zu bekommen – kann sie dieser Aufgabe nicht nachkommen, so droht ihr die Verbannung, da sie für die Gesellschaft wertlos geworden ist. Die Verbannung aus der Kolonie ist mit dem Tod gleichzusetzen.

Frauen- und Männerberufe sind ganz klar getrennt: Männer dürfen als Forscher und Entdecker arbeiten, was in der Wasserkolonie eine sehr angesehene Arbeit ist, Frauen dagegen müssen Gemüse anpflanzen und ähnlich stereotype Arbeiten verrichten – dadurch bleibt Protagonistin Kenzie beispielsweise ihr Traumberuf als Entdeckerin verwehrt; sogar für das Betreten des Forschungsgeländes werden sie und ihr bester Freund Noel, der sie hineingelassen hat, bestraft – Kenzies Vermutung nach nur weil sie eine Frau ist.

Jedes Jahr werden 10 Repräsentative der Kolonie erwählt, die diese verlassen müssen, um in der Luftkolonie zu leben.

Repräsentative und die für sie ausgewählten Bewohner der Kolonie werden gewissermaßen zwangsverheiratet.



In der Luftkolonie müssen die Bürger für Geld arbeiten wie wir es von unserer eigenen Gesellschaft kennen – ohne Geld bekommen sie weder Lebensmittel noch Kleidung oder eine Unterkunft. Dadurch entsteht jedoch eine Klassengesellschaft, die sogar durch die verschiedenen Ebenen des Glaswürfels, in dem die Luftbewohner leben, sichtbar gemacht wird, da wohlhabende Menschen in den höheren Ebenen wohnen. Kleidung und die Häuser, in denen die Menschen wohnen, spiegeln daher ebenfalls ihren sozialen Status wieder.

Ein Rat, dessen Vorsitzender über zu viel Einfluss verfügt, als eine Einzelperson sie besitzen sollte, regiert die Luftkolonie und erlässt Gesetze. Er wird von den Bürgern demokratisch gewählt.

Es gibt dieselben arrangierten Hochzeiten für Repräsentative wie in der Wasserkolonie

Es gibt einen „Beauftragten der Entsorgung“, der sich um verstorbene und verbannte Bewohner kümmert – durch diese Bezeichnung wirkt es allerdings, als seien Menschen Gegenstände, die man im Müll entsorgt, wenn sie ausgedient haben.

Es existiert ein „Gesetz des Alters“, demzufolge ältere und schwächere Menschen, aber auch solche mit einer Behinderung, auf das unbelebte Festland verbannt werden.

Verbrecher werden ebenfalls verbannt, um in den Tod geschickt zu werden.

Frauen und Männer sind gleichberechtigt in der Berufswahl; so gibt es beispielsweise (wenn auch nur ein) weibliches Ratsmitglied und Frauen im Dienste der Sicherheit, die kämpferisch ausgebildet sind.


Wie immer ist bei diesem Thema nicht einfach, ein Fazit zu ziehen, bei welcher Gesellschaftsform es sich um eine Utopie oder eine reine Dystopie handelt. Am leichtesten fällt die Entscheidung meiner Meinung nach für die Luftkolonie, die sich als das genaue Gegenteil von dem Paradies erweist, das Kenzie sich erträumt hatte, jedenfalls, solange das Gesetz des Alters in Kraft ist und Alaric, der Vorsitzende des Rats, versucht, alles alleine zu kontrollieren und sogar Meuchelmörder losschickt, wenn ihm gerade der Sinn danach steht. In der Wasserkolonie ist es zwar beruhigend zu wissen, dass alle Menschen denselben Grund-Lebensstandard haben, was auf den ersten Blick wahnsinnig erstrebenwert und damit äußerst utopisch wirkt – dafür geht jedoch die Individualität der Bewohner zu einem Großteil verloren, da sogar das Zuhause eines jeden dem aller anderen gleicht – Kenzie hat daher beispielsweise überhaupt keine Beziehung zu ihrem eigenen Heim, weshalb sie außer den Menschen darin tatsächlich nichts vermisst, nachdem sie die Wasserkolonie verlassen hat. Zwar bereichern die arrangierten Ehen mit den Repräsentativen der anderen Kolonien den Genpool der jeweils anderen – für eigene Gefühle bleibt dabei jedoch kein Platz. 

Was haltet ihr von den verschiedenen Gesellschaftssystemen der Kolonien? Macht eine von ihnen in euren Augen alles richtig oder alles falsch? Ist eine von ihnen für euch ein Paradebeispiel für eine Utopie oder Dystopie oder seid ihr wie ich wegen einiger Punkte hin- und hergerissen? Ich freue mich auf eure Meinung!


Ich hoffe mein Beitrag hat euch gefallen und Lust gemacht, Kenzies Geschichte in den unterschiedlichen Kolonien selbst mitzuerleben!


Alle Infos zur Autorin Laura Kneidl findet ihr unter www.laura-kneidl.de, das Buch könnt ihr unter anderem über www.carlsen.de direkt beim Carlsen Verlag bestellen - sn dieser Stelle noch einmal ein herzlicher Dank an die Autorin und den Verlag für das Zur-Verfügung-Stellen von Rezensionsexemplaren für diese Blogtour!



Und vergesst nicht, morgen geht es bei Meikes Salon unter https://meikes-salon.blogspot.de/ mit unserer Blogtour weiter – sie freut sich sicher über zahlreiche Besuche! =)

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