Donnerstag, 9. Oktober 2014

Soul Seeker 4 - Licht am Horizont - Alyson Noel



Sechs Monate nach der verhängnisvollen Schlacht am Rabbit Hole, bei der die gleichnamige Diskothek in Schutt und Asche zerlegt wurde, scheinen ihre bösartigen Besitzer plötzlich wieder aus der Versenkung aufzutauchen. Zwar haben sich Seelensucherin Daire Santos und ihr geliebter Dace ununterbrochen darauf vorbereitet, doch sowohl ihnen als auch ihren Freunden fehlen der weise Rat und die Unterstützung Palomas, Daires verstorbener Großmutter. Daher fühlen sie sich trotz ihres harten Trainings machtlos, als der Feind zum ultimativen Schlag ausholt, denn Dace scheint mehr und mehr von der dunklen Macht überwältigt zu werden, die durch den Griff in das Innerste seines bösen Zwillingsbruders Cade in seiner eigenen Seele zurückgeblieben ist. Und dann ändert sich auch noch die Prophezeiung zu einer Botschaft, die unmissverständlich den Tod bedeutet.


Das Cover des Buches ist wie bei seinen Vorgängerbänden sehr schön gestaltet und schließt optisch nahtlos an diese an – also wieder ein echter Blickfang im Regal! Auch das Ausklappposter, das im Schutzumschlag versteckt ist, ist natürlich wieder dabei; einer Soul-Seeker-Cover-Posterwand steht also nichts mehr im Wege.


Der Schreibstil ist wie von Alyson Noel gewohnt flüssig, sehr anschaulich und das Buch daher sprachlich sehr leichte (aber leckere!) Kost – ein Schmöker, der zum Verschlingen einlädt also.


Besonders berührend war hier die Sterbeszene eines Charakters der guten Seite, die mich wirklich zum Weinen gebracht hat.


Im Vergleich zum dritten Band war dieser Teil allerdings leider nicht ganz so spannend und das, obwohl Dace langsam aber sicher immer mehr zum Monster wird und damit eigentlich auch immer gefährlicher werden sollte. Genau hierin liegt jedoch auch das Problem: Einerseits versucht die Autorin, ihn als ruchloses Untier darzustellen, doch gleichzeitig lässt sie ihn immer nur fast etwas wirklich Schreckliches tun. So bleibt er nämlich trotz allem immer noch viel zu gut, um Daire oder seine Mutter tatsächlich zu töten, was seiner Monsterform irgendwie doch allen Schrecken nimmt, den sie eigentlich verbreiten sollte.


Genauso wenig kann man verstehen, dass Dace und Daire wieder einmal glauben, eine Trennung sei die Lösung ihres Problems, denn bisher hat diese Methode in keinem der Soul Seeker-Bände zu irgendetwas geführt, außer dass beide todunglücklich waren und am Ende ungeachtet der Gefahr doch wieder zusammenkamen.


Das Ende schockiert dafür umso mehr: Da glaubt man, nun sei alles Friede, Freude, Eierkuchen und dann taucht plötzlich Marliz auf und lässt eine wirklich unglaubliche Bombe platzen, die einfach alles noch einmal herumreißt! 


Insgesamt ist Soul Seeker 4 – Licht am Horizont also ein Fantasy-Schmöker mit ein paar Schwächen, dafür aber mit einem äußerst erfrischenden Ende.

  
Seiten: 383

Originaltitel: Horizon
Autor/in: Alyson Noel
Verlag: Page & Turner
ISBN: 978-3-44220-411-3
Preis: 17,99 Euro


Mein herzlicher Dank für dieses Rezensionsexemplar geht an den Page & Turner Verlag (www.randomhouse.de/pageundturner), einen Zweig des Goldmann Verlags (www.goldmann.de)!

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Ewiglich die Liebe - Brodi Ashton



Nachdem Nikki ihre große Liebe Jack mit Hilfe von Cole, einem Ewiglichen, aus den Tunneln des Ewigseits befreit hat, muss sie feststellen, dass Cole sie hintergangen hat. Zwar hat sie nun Jack wieder an ihrer Seite, doch Cole hat Nikki wortwörtlich ihr Herz gestohlen, ohne dass sie nicht mehr lange wird überleben können. So hofft er, Nikki zum Mord an Adonia, der Königin der Unterwelt, bewegen zu können, da sie ihr Oberweltherz als Ewigliche nicht länger benötigt. Während diese Option für Nikki selbst überhaupt nicht in Frage kommt, versucht nun Jack sein Möglichstes, ihr das Leben zu retten. Dann wird jedoch Cole entführt und kann sich offenbar an nichts mehr erinnern, als er verletzt zurückkehrt. So stimmt er zu, Nikki und Jack auf ihrer Suche nach dem verschwundenen Herz zu unterstützen – die Frage ist nur: Hat der Ewigliche tatsächlich sein Gedächtnis verloren oder handelt es sich dabei wieder um einen seiner hinterhältigen Pläne? So oder so sind sie jedoch auf ihn angewiesen, denn die mysteriösen Markierungen, die auf Nikkis Handgelenken erscheinen, zeigen an, dass ihr Tod kurz bevorsteht...

Das Cover des Buches ist sowohl farblich als auch motivisch auf die beiden Vorgängerbände abgestimmt – optisch machen sich die Bücher daher wirklich gut im Regal, wenn auch dadurch durchaus ein wenig Verwechslungsgefahr zwischen den einzelnen Bänden besteht.

Der Schreibstil war zwar recht flüssig, aber dass für diesen Band ein anderes Übersetzerteam am Werk war als für Band 1 und 2 hat man doch gemerkt beim Lesen. Die Qualität der Geschichte ist im Vergleich mit den Vorgängern der Reihe leider ebenfalls entschieden gesunken.

Obwohl es nun wirklich um alles geht, bleibt der Spannungsbogen nicht durchgehend aufrecht erhalten, sondern wird zwischendurch immer wieder von ereignislosen Ruhephasen mit sich wiederholenden Diskussionen und Liebesschwüren unterbrochen, die das Tempo der Erzählung deutlich drosseln.

Dass Cole sich plötzlich so stark verändert haben soll, erscheint zudem etwas unglaubwürdig – entsprechend ist man sich als Leser eigentlich schon sicher, dass er irgendwann wieder zum Gegenschlag ausholen wird, was einen nicht mehr so richtig mitfiebern lässt – Cole hat sich einfach schon zu oft auf die böse Seite zurückgeschlagen, als dass man noch an das Gute in ihm glauben kann.

Super gemacht finde ich dagegen Ashe, der durch seine Hintergrundgeschichte und den doppelten Seitenwechsel Tiefe bekommt.

Jack dagegen wirkt in diesem Band ziemlich platt – außer Liebesschwüren und Wutausbrüchen bekommt man kaum etwas anderes von ihm zu hören und die Angst, unter der Erde zu sein, die er von den Erlebnissen in den Tunneln davongetragen hat, wird mir etwas zu schnell abgehandelt, um ihn wirklich runder erscheinen zu lassen, auch wenn der Ansatz dafür gut war.

Nikkis Verbindung zu Jules wird ebenfalls nur unzureichend wiederhergestellt, irgendwie bekommt man das Gefühl, dass Nikki nicht so viel in diese Freundschaft investiert, wie ihr Jules Unterstützung eigentlich wert sein sollte. Schön ist dagegen, dass sie wieder vorgibt, Drogenprobleme zu haben und damit eine recht unschöne Zukunft in der Entzugsklinik in Kauf nimmt, nur um ihre Familie zu retten. Wie diese Ausrede allerdings auf lange Sicht funktionieren soll, kann ich mir nicht vorstellen: Ein paar einfache Untersuchungen würden schließlich sofort aufdecken, dass sie niemals irgendetwas Illegales konsumiert hat.

Das Ende erschien mir generell ein wenig zu einfach und unglaubwürdig, da ich Cole seine „Ich liebe dich und deshalb sterbe ich jetzt für dich“-Nummer nach allem, was er ihr angetan hat, einfach nicht abkaufen konnte. Ein Epilog, der einige Monate später spielt, hat mir außerdem gefehlt, da man eigentlich nichts über die Zukunft der Charaktere erfährt, auf die ich sehr neugierig wäre.

Insgesamt ist das Buch zwar durchaus nett zu lesen, aber an seine Vorgänger reicht es leider nicht heran.


Seiten: 348

Originaltitel: Evertrue
Autor/in: Brodi Ashton
Verlag: Oetinger
ISBN: 978-3-78913-042-7
Preis: 17,95 Euro



Mein Dank für dieses Rezensionsexemplar geht an den Oetinger Verlag. Mehr zum Verlag findet ihr unter http://www.oetinger.de!