Montag, 12. Mai 2014

Magnolia Steel - Hexennebel - Sabine Städing

In Rauschwald eröffnet ein neues Geschäft, nach dessen Parfüms bald alle völlig verrückt sind. Magnolia Steel, ihres Zeichens Jung-Hexe, kann ihr Glück kaum fassen, als sie dort einen Job ergattert, um sich ihr Taschengeld aufzubessern, doch schon bald kommt ihr der Verdacht, dass mit dem Inhaber, Meister Schnuck, irgendetwas nicht stimmt. Und was haben ihre Lehrerin Runa und der Gondelführer Milauro miteinander zu tun? Dass die drei sagenumwobenen Spinnerinnen, die Flachs zu Gold spinnen, bei Tante Linette gastieren, ist da schon nicht mehr das Aufregendste, als auch noch überraschend Magnolias Freund Leander aus Neuseeland zurückkehrt, den sie gegen ihren Willen in eine Falle locken muss…
Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, sodass man bisweilen starke Zuneigung oder aber Abscheu ihnen gegenüber empfindet. Jeppe beispielsweise kann ich bei aller Liebe nicht leiden, da er die Leute bestiehlt und Magnolia mehrfach ins Gesicht lügt, obwohl er eigentlich zu den Guten gehört. Daran erkennt man bereits, dass die Personen mehrdimensional gestaltet sind, was der Geschichte trotz ihres zauberhaften Inhalts eine Prise Realität verleiht und sie dadurch glaubwürdiger macht.

Dank Runas und Milauros geheimniskrämerischem Verhalten sowie Meister Schnucks „Zuckungen“, weiß man nie so recht, woran man eigentlich ist, auch wenn man zumindest Schnucks Zustand aus dem Prolog erahnen kann.

Magnolias Zwickmühle, nicht das sagen zu können, was sie möchte, nachdem sie Schnucks Parfüm das erste Mal benutzt hat, verleiht der Geschichte zudem ein rasantes Tempo, was mir zwischenzeitlich, vor allem in den Szenen mit den Spinnerinnen, leider gefehlt hat. So wird es am Ende jedoch richtig spannend und als sie den wiedergekehrten, unsterblichen Graf Raptus in einen langen Schlaf verbannen, bekommen die Spinnerinnen sogar eine wichtige Funktion für den Verlauf der Geschichte. Zudem lässt das Ende noch die Möglichkeit auf eine Fortsetzung offen, auch wenn die Trilogie um Magnolia damit offiziell abgeschlossen ist.

Das Buch war durchgehend sehr gut zu lesen, da der Schreibstil flüssig ist und die Autorin mit schönen Beschreibungen der Umgebung und der Personen aufwartet. Einzig und allein die Räubersprache, in der sich die Schülergruppe der Jung-Magier häufig unterhält, hat den Lesefluss kurz unterbrochen, da man an die zusätzlichen Laute und Buchstaben einfach nicht gewöhnt ist – dieses Problem gibt sich aber mit der Zeit.

Was ich mir gewünscht hätte, wäre jedoch ein bisschen mehr Romantik zwischen Magnolia und Leander gewesen, immerhin ist sie in einem Alter, in dem sowohl sie selbst als auch andere ihn als ihren festen Freund bezeichnen. Natürlich handelt es sich um ein Kinderbuch, was berücksichtigt werden muss, aber dem nicht vorhandenen Kuss am Ende trauere ich immer noch hinterher – schließlich küsst der Prinz die Prinzessin am Ende des Märchens auch immer.

Zuguterletzt muss ich noch das wunderbar "hexische" Cover loben, das wirklich ein stimmungsvoller Eyecatcher ist und optisch fantastisch zu den Vorgängerbänden passt.

Insgesamt ist Magonlia Steel – Hexennebel also ein gelungenes Kinderbuch, das man auch als Erwachsener noch genießen kann, solange man nur bereit ist, sich auf die kindgerechten Namen einiger Orte und Personen einzulassen, was mir persönlich leider schwer gefallen ist.


Seiten: 319
Originaltitel: -

Autor/in: Sabine Städing
Verlag: Boje Verlag
ISBN: 978-3-414-82376-2
Preis: 12,99 Euro
Mein herzlicher Dank für dieses Freiexemplar geht an Lovelybooks (www.lovelybooks.de), den Boje Verlag (mehr unter www.luebbe.de) und an die Autorin für die tolle Leserunde!

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