Samstag, 15. Februar 2014

The King's Speech - David Seidler

Bertie stottert. Und eigentlich hat er sich auch damit abgefunden, nachdem die besten Sprachtherapeuten des Landes sich an ihm die Zähne ausgebissen haben - wäre da nicht der Umstand, dass es sich bei Bertie um niemand geringeren als Prince Albert, den Duke of York und späteren King George VI von England handelt.
Bereits als Junge hatte Bertie Sprachprobleme und war nicht in der Lage, Reden vor größeren Menschenmengen zu halten. Einzig seine Frau Elizabeth glaubt noch an ihn und wagt einen letzten Versuch - sie vereinbart einen Termin mit Lionel Logue, der für seine alternativen Methoden bekannt ist und nicht einmal einen Doktortitel besitzt. Dieser verlangt absolute Gleichstellung während der Therapiesitzungen, duzt Bertie und führt die seltsamsten Übungen mit ihm durch, doch sie zeigen Wirkung! Als er jedoch erwähnt, was für einen guten König Bertie abgeben würde, kommt es zum Zerwürfnis zwischen den beiden, weil Bertie eine derartige Äußerung für Hochverrat hält.
Als jedoch sein Vater stirbt und sein Bruder bereits nach kurzer Zeit als König abdankt, um die geschiedene Schauspielerin Wallis Simpson zu heiraten, bleibt ihm keine andere Wahl, als den Thron zu besteigen und als König braucht er vor allem eines: Eine Stimme, denn der zweite Weltkrieg naht und seine Aufgabe besteht vor allem darin, das Volk zu führen und zu ermutigen.

Hierbei handelt es sich um das sogenannte Shooting Script, also das original Drehbuch zum Film The King's Speech von David Seidler. Daher lässt es sich lesen wie ein Theaterstück mit Rollenverteilung und Regieanweisungen, die jedoch sehr aussagekräftig sind und gut zum Verständnis beitragen.
Die Charaktere kommen dadurch sehr lebhaft rüber und wirken auch sonst sehr rund.
Es ist faszinierend, Berties Entwicklung mitzuverfolgen und gemeinsam mit ihm und Logue die Ursachen für sein Stottern zu ergründen.

Im Laufe der Geschichte werden die beiden für den Leser zu einer Art Helden, da sie beide unglaublichen Mut beweisen. Logue, indem er einfach alles vor Bertie anspricht, obwohl er der König ist und ihn rein theoretisch für unangebrachte Äußerungen in den Tower werfen lassen kann und Bertie, indem er sich zu allen Übungen durchringt, sich immer wieder selbst übertrifft und gegen alle Widrigkeiten schlussendlich eine Rede hält, wie sie das Volk schon lange nicht mehr gehört hat, weil er ihm ein würdiger und fähiger König sein will.

Die ganze Geschichte ist furchtbar bewegend, vor allen Dingen auch deshalb, weil sie auf wahren Begebenheiten beruht und man einen solchen Mut und eine so ungleiche Freundschaft einfach bewundern muss!

Im Anhang und dem Nachwort gibt es außerdem noch jede Menge historische Hintergrundinfos zu Bertie, dem englischen Königshaus und auch über die Entstehungsgeschichte von The King's Speech nachzulesen, was sich in jedem Fall lohnt! So wird beispielsweise David Seidlers persönliches Verhältnis zu Berties Geschichte beleuchtet, der King George VI schon immer für seine Leistung bewunderte, weil er selbst als Kind ebenfalls stotterte.

Ich kann das Script (und natürlich den Film, der daraus entstanden ist) nur jedem empfehlen - eine derart großartige Geschichte unserer Zeit sollte man kennen!


Seiten: 173
Originaltitel: -

Autor/in: David Seidler
Verlag: Reclam
ISBN: 978-3-150-19835-3
Preis: 5,00 Euro


Vielen Dank an den Reclam Verlag (http://www.reclam.de) und an LovelyBooks (http://www.lovelybooks.de) für das Rezensionsexemplar!

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