Dienstag, 11. März 2014

Silver - Erbe der Nacht - Asia Greenhorn

Nachdem die 17-jährige Winter, halb Mensch, halb Vampir, ihrer großen Liebe Rhys Llewelyn ihr Blut geschenkt und ihn damit unsterblich gemacht hat, laufen die Dinge im verschlafenen Örtchen Cae Mefus langsam aus dem Ruder. Rhys droht von der MACHT aufgezehrt zu werden, die Oberhäupter der Menschenfamilien und des Vampirordens schmieden gefährliche Pläne und auch Winters vampirische Seite kommt mehr und mehr zum Vorschein. Während sich die Angriffe auf Zivilisten häufen, wird Winter auf eine einsame Insel gebracht, um mehr über ihre Fähigkeiten zu lernen. Da ihnen der Kontakt zu Winter untersagt ist, beginnen ihre Freunde Gareth und Madison auf eigene Faust zu ermitteln und begegnen schon bald Anhängern der Vampirgruppe, die sich um ihren früheren Lehrer Darran Vaughan zusammenschart. Dieser hat jedoch nach wie vor nur eines im Sinn – Winters Blut, denn er weiß noch nicht, dass sie denjenigen töten muss, den sie unsterblich gemacht hat, wenn es ihr nicht gelingt, das Band mit Rhys zu durchtrennen. Und dass sie dabei selbst ebenfalls sterben muss
Zu diesem Buch kann ich nur eines sagen: Lest es! Und zwar unbedingt!

Bereits vom Vorgänger Winter begeistert, waren meine Erwartungen entsprechend hoch, doch ich wurde nicht enttäuscht.

Der Schreibstil ist weiterhin wunderbar flüssig und wirkt dennoch sehr literarisch – zwar handelt es sich um ein Jugendbuch, doch die Jugendsprache, in der viele Bücher mittlerweile geschrieben sind, beschränkt sich hier auf die direkte Rede – so wirkt das Verhalten der Charaktere in ihrem Alter authentisch, ohne dass man ständig Handlungs- und Umgebungsbeschreibungen in Umgangssprache lesen muss. Ein derartiger Schreibstil ist meiner Meinung nach mittlerweile leider sehr selten geworden, weshalb ich mich umso mehr darüber freue.

Wie schon im ersten Band tragen bereits die außergewöhnlichen Namen stark zu Individualität der Charaktere bei, da man die meisten davon mit Sicherheit noch in keinem anderen Buch gelesen hat und deshalb auch noch keine Assoziationen zu ihnen mitbringt. Einzig und allein Rowena hätte ich einen anderen Vornamen gegeben, da die Suche nach „Rowenas Diadem“, das die Verbindung zwischen Winter und Rhys lösen kann, für mich einfach zu sehr nach Harry Potter klingt – schließlich wird dort nach Rowena Ravenclaws Diadem gesucht.

Die Hauptcharaktere sind alle sehr rund, haben ihre Ecken und Kanten und wirken deshalb sehr echt. Besonders Rhys Veränderung zum gierigen Mörder finde ich sehr gelungen, sodass man gut nachvollziehen kann, warum Winter sich von ihm abwendet. Auch finde ich die zarte Romanze, die sich zwischen Gareth und Madison anbahnt, sehr schön, weil sie verdeutlicht, dass auch Gareth sich weiterentwickelt und nicht einfach hoffnungslos an Winter hängen bleibt. Außerdem ist es toll, wie Jungpolizist Danny Roberts nach seiner Zwangsversetzung aus Cae Mefus versucht, seinen Verdacht über die Existenz von Vampiren zu bestätigen, anstatt sich mit fadenscheinigen Erklärungen abzufinden und mit Gareth und Madison loszieht, um Winter zu retten, als diese das Band zwischen  Rhys und ihr lösen will. Die Tatsache, dass Winter ihrem totgeglaubten Vater nicht sofort vertraut, als dieser nach so vielen Jahren plötzlich einfach so wieder auftaucht, wirkt außerdem sehr realistisch und auch die Tatsache, dass sie Dougall gegenüber zu Beginn sehr misstrauisch ist, zeigt, dass sie aus ihren Erfahrungen mit Darran Vaughan im ersten Teil gelernt hat, und einen Großteil ihrer Naivität abgelegt hat. Nur Eleri und Winters Großmutter sind mir in diesem Band ein wenig zu kurz gekommen.

Für ein besonderes Prickeln sorgen meiner Meinung nach Darran Vaughans Annäherungsversuche Winter gegenüber – immerhin war er einmal ihr Lehrer und scheint etwa im Alter ihres Vaters zu sein. Zwar lässt er keinen Zweifel daran, dass er Winters Blut begehrt, aber er versucht ihr doch tatsächlich ernsthaft den Hof zu machen!

Überdies ist die Story jedoch auch äußerst spannend, da es nicht nur für Winter um Leben und Tod geht, sondern zeitweise jeder gegen jeden zu plotten scheint, was durch die häufigen Perspektivwechsel (allerdings immer in der 3. Person erzählt) unterstützt wird. Für Neueinsteiger stelle ich mir dies zwar anfangs ein wenig verwirrend vor, doch diese Undurchsichtigkeit macht auch einen Teil der Spannung aus, da man nie genau sagen kann, wer wem gegenüber nun was ernst meint und was er tatsächlich im Schilde führt.

Insgesamt also ein Buch mit tollen Charakteren (mit jeder Menge außergewöhnlicher Namen!), einem genialen Schreibstil und einer spannenden Handlung – eine klare Leseempfehlung also!

Seiten: 429
Originaltitel: Silver

Autor/in: Asia Greenhorn
Verlag: Baumhaus
ISBN: 978-3-83390-248-2
Preis: 14,99 Euro

Vielen Dank an den Baumhaus-Verlag für das Leseexemplar!
Für weitere Infos besucht doch einfach einmal www.baumhausonline.de oder www.luebbe.de!

1 Kommentar:

  1. Ich setze die Reihe mal auf meine Wunschliste. Hört sich gut an :)

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