Freitag, 27. Dezember 2013

Beißen für Anfänger - Katie MacAlister schreibt als Katie Maxwell

Francesca Ghetti wäre am Liebsten einfach ein ganz normales Mädchen, aber zusätzlich zu ihrer Gabe, die Gedanken und Erinnerungen von Menschen sowie von Gegenständen durch bloße Berührung erfassen zu können, wird sie von ihrer Mutter auch noch zu einem Gothic-Markt mitgeschleppt, dem Miranda Ghetti sich für mindestens sechs Monate verpflichtet. Um nicht bald als weitere Attraktion für den Markt durchzugehen, versucht Fran ihre Kräfte geheimzuhalten, doch dann taucht der attraktive Ben auf, seines Zeichens Vampir, der die Bezeichnung Dunkler bevorzugt und überdies behauptet, Fran sei seine Auserwählte. Damit möchte sie sich zwar nicht abfinden, doch als herauskommt, dass jemand Ben nach dem Leben trachtet, ist sie plötzlich doch bereit, alles für ihn zu tun und auch für den Markt, der in letzter Zeit von einem Dieb heimgesucht wird.

Im zweiten Teil (Geisterblues, der erste heißt Hexenzirkus), beschwört Fran außerdem versehentlich ein Dutzend verstorbener Wikinger, die sie nun als Göttin verehren und unbedingt jemanden für sie abschlachten möchten sowie ihr mit Dating-Tipps aller Art zur Seite stehen. Um sie zurück nach Walhall zu schicken, beschwört sie allerdings den nordischen Gott Loki, der außerdem ihr Pferd Tesla gestohlen hat und bringt Ben und alle, die ihr lieb sind, damit erneut in Gefahr....

Auf den ersten Blick wird nicht gleich klar, dass es sich bei Beißen für Anfänger um einen Doppelband handelt, aber die Geschichten sind nach etwa 200 Seiten in sich abgeschlossen (zwar folgen sie zeitlich aufeinander und es geht um dieselben Charaktere, aber meiner Meinung nach könnte man sie auch eigenständig lesen, da einige Details zum Gothic-Markt und zu Frans Situation am Anfang von Geisterblues noch einmal für Neueinsteiger erläutert werden). Beide sind bei LYX auch separat als E-Books erhältlich.

Der Schreibstil ist wie von Katie MacAlister gewohnt sehr flüssig, angenehm zu lesen und außerdem sehr humorvoll.

Der Roman lebt von seiner Situationskomik, beispielsweise als Fran und Bens Schester Imogen sich gegenseitig versuchen, die Schuld an Bens verhalten zu geben, während sie gleichzeitig abwechselnd im Rhytmus ihrer Argumente dem gerade besiegten Dämon ein Brett über den Schädel ziehen.
Die ständigen Kabbeleien zwischen Ben und Fran wegen seines Machogehabes sind zwar kurz vor der Grenze, an der sie überhand nehmen, aber gerade noch im Rahmen. Besonders unterhaltsam fand ich jedoch die Wikinger-Geister, die mich einfach immer und immer wieder zum Lachen gebracht haben, z.B. mit ihren Pfirsich-Geschossen, den Rendezvous-Ratschlägen oder ihrer skurrilen Shoppingwut, aber der Überfall auf McDonald's, um Loki genügend BigMacs und Chicken McNuggets zur Besänftigung opfern zu können, war mit Abstand die coolste Idee!

Außerdem gefällt mir (wie immer) bei Katie MacAlister, dass die Vampire nicht ihren handelsüblichen Namen tragen, da es sie zumindest ein bisschen von den bekannten Wesen abhebt.

Da mit der zweite Teil rückblickend besser gefallen hat als der erste, vergebe ich insgesamt 4,5 von 5 Sternen!


Seiten: 416
Originaltitel: Confessions of a Vampire's Girlfriend

Autor/in: Katie MacAlister schreibt als Katie Maxwell
Verlag: Egmont LYX
ISBN: 978-3-80259-283-6
Preis: 9,99 Euro
Anmerkung: Die einzelnen E-Books sind für je 3,99 Euro erhältlich!

Mein Dank geht an den Egmont LYX Verlag (www.egmont-lyx.de) für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars über Was liest du? (wasliestdu.de)!

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Isegrim - Antja Babendererde

Jola verbringt ihre Zeit am Liebsten im Wald - dorthin kann sie vor der Angststörung ihrer Mutter und ihrem Freund Kai flüchten, wenn sie sich ihrer Gefühle wieder einmal nicht sicher ist. In letzter Zeit fühlt sie sich jedoch häufig beobachtet und Spuren deuten darauf hin, dass ein Wolf sich in ihrem Refugium niedergelassen hat. Dann taucht der mysteriöse Junge Olek auf, der ein düsteres Geheimnis mit sich herumträgt, genau wie die Bewohner des Dorfes, die einst einen amerikanischen Soldaten töteten, um den Mord einem Polen anhängen zu können. Aber was haben diese Ereignisse mit dem Verschwinden von Jolas Kindheitsfreundin Alina zu tun? Läuft deren mutmaßlicher Mörder etwa immer noch frei herum? Die Hinweise darauf häufen sich und zu allem Überfluss verliebt Jola sich auch noch in Olek, dem sie im Wald das Leben rettet.

Der Schreibstil war sehr flüssig und daher angenehm leicht zu lesen.

Die mehrfache Erwähnung von Rotkäppchen im Zusammenhang mit dem "bösen Wolf" und die Einschübe am Ende vieler Kapitel, in denen der mutmaßliche Mörder seine "Zimtprinzessin" besingt geben dem Ganzen etwas märchenhaftes.

Gekonnt legt die Autorin falsche Spuren, indem sie z.B. den traumatisierten Magnus auftreten lässt oder den zwielichtigen Trinker Hubert Trefflich, der überall mit seiner Flinte herumwedelt, in äußerst verdächtige Situationen bringt, genau wie ein kurzzeitig verschwundenes Mädchen dann wieder auftauchen zu lassen.

Letzteres ist meiner Meinung nach jedoch einmal zu viel passiert, was stark zu dem leider sehr schwachen Ende beigetragen hat.
Als Jolas Verhältnis mit Olek endlich auffliegt, nachdem sie Kai wochenlang angelogen hat, und der wütende Dorfmob sich auf den Dieb, der immer wieder Nahrungsmittel und Kleidung von den Bewohnern gestohlen hat, stürzen will, nimmt die Geschichte zwar stark an Fahrt auf und auch, als Kais kleine Nichte Elli verschwindet und Jola deren Bissspuren am Arm eines Mannes entdeckt wird die Spannung noch einmal gesteigert. Doch kurz nachdem Jola entführt wird, ist sie wieder frei und die Erklärung ist so simpel und unkompliziert, dass sie wirklich  langweilig erscheint im Gegensatz zum Rest des Buches. Keinerlei Kombinationsgabe war mehr von irgendeiner Seite erforderlich für des Rätsels Lösung und das fand ich sehr schade.

Jola ist mir zuweilen mit ihrem unreifen Verhalten stark auf die Nerven gegangen (es hat mich einfach nur wütend gemacht, wie sie Kai behandelt hat, der sich so viel Mühe mit ihr gegeben hat), dafür und für den Schluss gibt es jeweils einen halben Stern Abzug, aber ansonsten kann ich das Buch sehr empfehlen!

Runde Charaktere, märchenhafte Elemente und gut verwobene Hintergründe!

Seiten: 411
Originaltitel: -

Autor/in: Antje Babendererde
Verlag: Arena
ISBN: 978-3-40106-753-7
Preis: 16,99 Euro

Vielen Dank an den Arena-Verlag (www.arena-verlag.de) für das Freiexemplar (und für die süße, handgeschriebene Weihnachtspostkarte, die dem Päckchen beilag; so etwas findet man heutzutage nur noch selten!) und an Lovelybooks (www.lovelybooks.de) für die Leserunde mit der Autorin (natürlich auch ihr vielen Dank, ist ja klar ;-))!

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Empfindliche Wahrheit - John le Carré


In Gibraltar soll eine Anti-Terror-Operation stattfinden, die im Geheimen von Fergus Quinn und Jay Crispin organisiert wird, der eine Regierungsmitglied, der andere Vorstand der Sicherheitsfirma "Ethical Outcomes". Dabei soll ein Waffenkäufer, den sie Aladin nennen, entführt werden, doch ihr Tun bleibt nicht völlig unbemerkt: Toby Bell, persönlicher Referent Quinns, kommt der Angelegenheit langsam aber sicher auf die Spur und ist sich sicher, dass es dabei nicht mit rechten Dingen zugeht, was auch Quinns Verhalten ihm gegenüber immer stärker vermuten lässt.

Die Story ist von der Idee her gut gelungen, doch die Umsetzung lässt leider deutlich zu wünschen übrig.

Endlose Fachwörterreihungen wechseln sich mit Ellipsen ab, die einen auf Dauer ermüden und weiter nichts. Im ersten Kapitel sieht das noch anders aus; es ließ sich flüssig und gut lesen und machte Lust auf mehr und auch zwischendurch kommen immer mal wieder einige gut lesbare Passagen - meistens ist es jedoch leider anders.

Die Charaktere sind allesamt sehr rund und deutlich beschrieben, was eine lebendige Vorstellung ebendieser ermöglicht.

Diese Tatsache, das Cover, sowie die Story an sich sind für mich die Pluspunkte an diesem Werk.
Das Cover ist recht einfach, aber nicht langweilig gehalten, da die empfindlichen Libellenflügel viele filigrane Linien enthalten und es so recht gut füllen.

Der Schreibstil hat mir in weiten Teilen allerdings so wenig zugesagt, dass ich nicht verstehen kann, wieso das Buch in England sofort auf Platz 1 der Bestsellerlisten eingestiegen ist, aber vermutlich lässt sich der Text im Original auch noch einmal anders lesen, was ja häufig der Fall ist. Leider bin ich absolut kein Fan von elliptischen oder völlig überfrachteten Sätzen, weshalb ich mich manchmal tatsächlich weiterquälen musste.

Bekam das Buch bei meinem Leseeindruck noch 4 Sterne, so sind es jetzt leider nur noch 2 - tolle Idee, staubtrockene Umsetzung aufgrund des Schreibstils und spannend leider nicht im Geringsten...

Seiten: 400
Originaltitel: A Delicate Truth

Autor/in: John le Carré
Verlag: Ullstein
ISBN: 978-3-55008-036-4
Preis: 24,99 Euro
Vielen Dank dennoch an den Ullstein Verlag (www.ullsteinbuchverlage.de) und www.vorablesen.de für die Bereitstellung des Freiexemplars!

Mittwoch, 11. Dezember 2013

The Uncommon Reader - Alan Bennett

"It was the dogs fault." Irgendjemand muss ja Schuld sein, dass die sonst so pflichtbewusste Queen sehr zum Leidwesen ihrer Umgebung plötzlich die Welt der Bücher für sich entdeckt und sogar einen Tag im Bett bleibt, um weiterlesen zu können! Hätten die Hunde nicht so laut gebellt hätte sie niemals die fahrende Bibliothek im Hof des Palastes entdeckt und wäre überzeugt gewesen, dass "man" nun, da "man" (herrlich: das englische "one", mit dem die Queen von sich selbst spricht!) schon einmal da sei, aus Höflichkeit auch etwas ausleihen müsse....

So befördert sie den Küchenjungen Norman, den sie in der Bibliothek trifft, zu ihrem persönlichen Literaturberater, was Sir Kevin (der als Neuseeländer in England immer mal wieder degradiert wird) so sehr den Tee verklumpt, dass dieser beginnt, am laufenden Band Intrigen zu spinnen, um seinen Konkurrenten und (seiner Meinung nach) schlechten Einfluss loszuwerden.

In flüssigem, herrlich bissigem Schreibstil wird gezeigt, wie die Queen immer weiter in die Welt des Lesens abtaucht, zu dem Schluss kommt, dass man Autoren besser nur auf dem Papier und nicht in der Realität kenne lerne und wie ihre Mitmenschen die Tatsache, dass sie sich Randnotizen in ihrer Lektüre macht, für Anflüge von Alzheimer halten und sie kurzerhand als senil abstempeln.

Amüsant sind auch Details wie Normans signifikante Vorliebe für schwule Autoren, der Neuseeland-Diss Sir Kevins und die Versuche, Bücher als potenzielle Sprengkörper einzustufen, nur um sie unter einem Vorwand aus der Reichweite ihrer Hoheit zu entfernen.


Da es sich hier um ein fremdsprachiges Buch handelt, finde ich die Vokabelangaben am Ende jeder Seite sehr hilfreich (auch wenn der fortgeschrittene Englisch-Leser sicher nicht alle davon braucht - die rote Reihe ist somit auch hervorragend für Semi-Anfänger geeignet), besonders gefallen mir aber die Erklärungen der relevanten Orte, Personen und Zeremonien, da man so gleich noch ein ganzes Stück britischer Kultur aus dem Buch mitnehmen kann.


Das Beste war allerdings bei Weitem die Abschlusspointe im letzten Satz!


Insgesamt kann ich also nur sagen: Toller Schreibstil, tolle Begriffserklärungen, tolles Buch.

Britisches Feeling pur!



Seiten: 162

Deutscher Titel: Die souveräne Leserin

Autor/in: Alan Bennett
Verlag: Reclam (Rote Reihe/Fremdsprachentexte)
ISBN: 978-3-15019-762-2
Preis: 5,00 Euro

Vielen Dank an den Reclam Verlag (www.reclam.de) für die Bereitstellung des Freiexemplars und an LovelyBooks (www.lovelybooks.de) für die Leserunde!



Montag, 9. Dezember 2013

Falsch gespielt - Carin Gerhardsen

Ein Mann wird erschossen im Wald aufgefunden - in seiner Hemdtasche nichts als vier Spielkarten und ein Zettel mit unleserlichen Koordinaten.
Conny Sjöberg und sein Team ermitteln und schon bald tauchen die verschiedensten Hinweise in Sven-Gunnar Erlandssons Umfeld auf, die ein Mordmotiv liefern. Wusste er etwas über das Verschwinden von Larissa Sotnikova, dem russischen Sommerkind seines besten Freundes Staffan Jenner? Und was ist mit seiner eigenen Stieftochter Dewi, die seit vier Jahren nichts als belanglose Emails von sich hören lässt und dann auch noch von immer unterschiedlichen Adressen? Ein Telefonanruf von Erlandssons Handy rückt Jan Siem und dessen Tochter Josefine, die ihren toten Fußballtrainer im Wald fand, in den Fokus der Ermittlungen aber die Tatsache, dass Lennart Wieklund, der Vierte im Bund von Erlandssons Pokerrunde eine Vorliebe für junge Mädchen nachgesagt wird, macht auch ihn verdächtig. Dabei scheint Erlandsson oberflächlich betrachtet der perfekte Mensch zu sein mit seinen Sozialengagements - wer also hätte ihm etwas antun wollen? Zwar fassen die Ermittler bald einen Jugendlichen, der den Mord gesteht, doch irgendetwas scheint faul an der Sache...

Carin Gerhardsen schafft es, nach und nach immer mehr Abgründe hinter den einzelnen Figuren zu enthüllen und führt den Leser gekonnt auf falsche Spuren. Blättert man später zurück, ergibt alles einen genauen Sinn, womit die Autorin einem gekonnt vor Augen führt, wie oberflächlich man häufig liest!

Gekonnt setzt sie verschiedene Facetten von Sprache ein, um den Leser zu verwirren, wie beispielsweise anfangs, als sich immer wieder zwei Gedankenstränge abwechseln, die scheinbar zu einer einzigen Person mit böser Absicht gehören, da man automatisch von einem Täter ausgeht und abgehackte Gedanken auch oft in neuen Anführungszeichen dargestellt werden. Dass es sich dabei tatsächlich um zwei Personen handelt, wird einem erst im Nachhinein klar. Genauso verhält es sich mit den Gedankeneinschüben des Mädchenentführers, die den Eindruck vermitteln, derjenige müsse noch am Leben sein - umso größer ist daher die Überraschung, dass das Opfer hier zeitgleich ein Täter war und der Erlandsson-Mörder nicht identisch mit dem Vergewaltiger ist.
Dazu kommt, dass dank seines I-Phones eine Verbindung zu einem polizei-internen Fall zustande kommt, die es letztendlich ermöglicht, den zweiten Vergewaltiger der Polizistin Petra zu entlarven.
Süß ist außerdem die aufkeimende Liebesgeschichte zwischen ihr und dem Ermittler Hamad, weshalb es umso schöner ist, dass er derjenige ist, der den Beweis gegen ihren Vergewaltiger erbringt.

Anfangs ist es zwar ein wenig schwierig, sich die verschiedenen Mitarbeiter der Polizeiwache Hammerby zu merken, was vermutlich daran liegt, dass "Falsch gespielt" der vierte Band der Hammerby-Reihe ist, aber nach kurzer Zeit findet man sich dann doch gut zurecht.
Die Charaktere sind außerdem jeder durch bestimmte Merkmale und Schicksalsschläge gezeichnet, was sie sehr echt wirken lässt im Gegenstaz zu den vielen platten Ermittlern in anderen Fällen (Sandén hatte einen Schlaganfall und hat eine geistig leicht behinderte Tochter, Gerdin stirbt fast an den Folgen eines Geschwürs im Unterleib und stößt mit ihrem Charakter den größten Teil des Teams von sich weg, Odd Andersen war mal Musikstar und ist optisch eher das Gegenbild eines Polizisten etc.).

Auch das Cover gefällt mir sehr gut, wobei ich den Titel Totenmannshand (wie es aus dem Englischen übersetzt heißt) irgendwie passender gefunden hätte.

Insgesamt hat mir Falsch gespielt sehr gut gefallen, die Charaktere waren glaubhaft, wenn auch anfangs schwer auseinanderzuhalten, und der Spannungsbogen wurde nach der Verhaftung des Mörders noch einmal stark angezogen, da die Motive erst noch offenbart werden mussten. Tatsächlich ist dieses Buch für mich das erste, in dem ich in dem Auftraggeber eines Mordes hineinversetzen kann und das Opfer am Ende nur noch bedingt bemitleide, da die Autorin ihm so viele schreckliche Dinge zugeschrieben hat - äußerst gelungen!


Seiten: 350
Originaltitel: Helgonet

Autor/in: Carin Gerhardsen
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-40416-866-8
Preis: 8,99 Euro

Vielen Dank an den Bastei Lübbe Verlag (www.luebbe.de) für die Korrekturfahne zum rezensieren und an die Was liest du?-Community (www.wasliestdu.de) für die damit verbundene Leserunde!

Montag, 2. Dezember 2013

Merry Ex-Mas: Schöne Bescherung - Sheila Roberts


Es ist wieder einmal soweit – Weihnachten steht kurz vor der Tür und wie die meisten Menschen haben auch Cass Wilkes und ihre Freundinnen Ella, Charley, Cecily und Samantha alle Hände voll zu tun. Doch damit nicht genug: Auf ihre eigene Weise müssen drei von ihnen so kurz vor dem großen Fest auch noch mit ihren Ex-Männern fertig werden, die entweder gar nicht gehen wollen oder ganz plötzlich aus heiterem Himmel wieder reumütig aus der Versenkung auftauchen!

So muss Cass sich damit arrangieren, dass sich ihr Ex-Mann Mason zur Hochzeit der gemeinsamen Tochter mit seiner neuen Flamme Babette und deren Schoßhündchen Cupcake in ihrem Haus einquartiert, weil alle Hotels in Icicle Falls ausgebucht sind.

Jake und Ella sind zwar geschieden, wohnen jedoch aus finanziellen Gründen noch so lange zusammen, bis sie ihr Haus verkauft haben. Dass Ella (auch dank dem Einfluss ihrer kontrollsüchtigen Mutter Mims) daraufhin mit dem Immobilienmakler Axel anbandelt, gefällt Jake jedoch gar nicht; ganz offensichtlich ist er noch in Ella verliebt und versucht sie mit allen Mitteln zu überzeugen, dass ihre Trennung auf einem Missverständnis basiert. Dass er aus Rache ein gehässiges Lied über seine ehemalige Schwiegermutter komponiert, ist der Sache allerdings nichts gerade zuträglich!

Vor Charleys Tür steht ganz plötzlich ihr Ex-Mann Richard, mit dem sie gemeinsam das Restaurant Zelda’s führte, bis er sie mit der Empfangsdame Ariel (hier sehr passend gewählt: Der Name, der an die Meerjungfrau/Sirene erinnert, für eine Verführerin!) betrog. Nun ist er zurück, schwört Reue und spielt sich in mehreren Situationen als weißer Ritter auf, die alle ein wenig mehr als zufällig wirken. Vor allen Dingen, als das Zelda’s abbrennt und sich herausstellt, dass Richards eigenes Restaurant schon seit längerem aus unerfindlichen Gründen geschlossen ist…


Ich habe das Lesen von Merry Ex-Mas sehr genossen, besonders die Erzählstränge von Cass und von Ella und Jake.

Bei letzteren hofft man einfach bloß, dass sie wieder zusammen kommen, weil sie eigentlich das perfekte Paar abgeben und Jakes Konkurrent Axel einfach nur widerlich! Besonders hat mir die Szene gefallen, in der Ella ihrer Mutter endlich die Meinung sagt, nachdem diese heimlich einen Privatdetektiv angeheuert und, wie sich herausstellt, völlig falsche Beweise für einen Betrug seitens Jake geliefert hatte.

In den Cass-Szenen habe ich besonders die Beschreibungen ihrer Konditorei-Kunstwerke bewundert und bin wirklich sehr froh, dass sich sogar einige Rezepte am Ende des Buches befinden, die ich unbedingt einmal ausprobieren muss! Auch fand ich ihr emotionales Hadern mit sich selbst in Bezug auf ihren Ex-Mann und die Hochzeit ihrer Tochter gut nachvollziehbar, was sie für mich zu einer sehr runden Figur gemacht hat, die letztendlich für ihre Tochter, die unbedingt von Mason zum Altar geführt werden möchte, über ihren Schatten springt, obwohl es für sie persönlich eine emotionale Demütigung darstellt, Mason und Babette bei sich einziehen zu lassen.


Insgesamt wartet das Buch mit vielen schönen Beschreibungen, sowohl der dekorierten Stadt als auch des köstlich anmutenden Essens auf, was bei mir für richtige Weihnachtsstimmung gesorgt hat!

Tatsächlich würde ich jetzt gerne einmal Kakao mit Pfefferminzschnaps probieren und mich an den Bananencupcakes versuchen, die in der rührenden Szene entstanden sind, in der halb Icicle Falls Cupcakes für Danis Hochzeit backt, weil Babettes Hund die (vermutlich schönste je dagewesene) Torte zerstört hat. (Meine andere Lieblingsszene ist die, in der Charley Richard eine Weinflasche an den Kopf wirft – es ist wirklich zu schade, dass sie nicht trifft!)

Die Geschichte um Cecily kam mir ehrlich gesagt ein wenig zu kurz, aber vielleicht gibt es ja noch einen Folgeband, da Samanthas Teil ja bereits ausführlich im Vorgänger Schokolade für dich erzählt wurde, wer weiß?

Merry Ex-Mas ist folglich ein flüssig zu lesender weihnachtlicher Liebes-Roman, der mit meist runden Charakteren (Axel, Mims und Richard gehören sicher nicht dazu, aber gerade das macht sie ja zu solch herrlichen Hassobjekten), liebevollen Beschreibungen und überdies einem humorvoll gestalteten Cover aufwartet, das den Ton des Buches und die Weihnachtsstimmung spielend leicht einfängt!


Seiten: 299

Originaltitel: Merry Ex-Mas

Autor/in: Sheila Roberts
Verlag: Mira Taschenbuch
ISBN: 978-3-86278-836-1
Preis: 8,99 Euro
Vielen Dank an den Mira-Taschenbuch-Verlag (www.mira-taschenbuch.de) für das Freiexemplar und für die Leserunde mit Autorin Sheila Roberts auf LovelyBooks (www.lovelybooks.de)!